Vincent Feigenbutz 2017-06-06T15:32:26+00:00

VINCENT FEIGENBUTZ

Profil

Geburtsdatum: 11. September 1995
Gewichtsklasse: Super-Mittelgewicht
Nationalität: Deutschland
Größe: 1,80m
Auslage: Normausleger
Wohnort: Karlsruhe
Geburtsort: Karlsruhe
Prodidebüt: 03. Dezember 2011
Trainer: Valentin Silaghi

Profirekord

28 Kämpfe:
26 (KO 23) Siege
0 unentschieden
2 Niederlagen

Kampfrekord

Vincent Feigenbutz Boxrec
Vincent Feigenbutz
Vincent Feigenbutz
Vincent Feigenbutz
Vincent Feigenbutz

Portrait

Sein Debüt als Profiboxer bestritt Vincent am 3. Dezember. 2011 im Alter von gerade einmal 16 Jahren mit einem K.o.-Sieg in Runde 1 gegen Zdenek Siroky aus der Tschechischen Republik. Allerdings endete der zweite Kampf bereits so, wie es sich kein Boxer wünscht: mit einer, der bisher einzigen, Niederlage. Am 24. März 2012 unterlag Vincent durch technischen K.o. in Runde 3 gegen Roman Javoey in Münster. Diese Niederlage war jedoch eher auf Unerfahrenheit im Profibox-Business, denn auf sportliche Unterlegenheit zurückzuführen: 30 Minuten vor Kampfbeginn wurde vom Veranstalter des Boxabends der Gegner ausgetauscht und nach der langen Anfahrt wollten weder Trainer noch Athlet unverrichteter Dinge nach Hause fahren.

Nach diesen ersten Schritten als Boxprofi übernahm Rainer Gottwald das Management von Vince. Mit dem gleichzeitigen Engagement von Hans-Peter Brenner als Trainer von Vincent begann eine neue Ära, die umgehend Erfolg brachte. Die nächsten fünft Kämpfe waren nämlich spätestens nach der dritten Runde beendet. Am 27. Juli 2013 folgte dann ein in mehrfacher Hinsicht denkwürdiger Kampf. Da der lokale Veranstalter eines Cuxhavener Boxabends die Stärke von Vincent falsch einschätze, war er als „Aufbaugegner“ für den Essener Tiran Mkrtschjan gedacht. Doch nach einem überlegen geführten Kampf wurde Vincent nach sechs Runden trotz lautstarker Proteste des Veranstalters zum Punktsieger erklärt. Dies sollte bis heute der letzte Kampf sein, der von Vincent nicht vorzeitig gewonnen wurde.

Auch am 23. November 2013 verschätzte sich ein Promoter bei der Wahl von Vincent als vermeintlich leichtem Gegner für seinen eigenen Boxer ordentlich. In seinem zweiten Kampf außerhalb Deutschlands traf Vincent auf Polens große Nachwuchshoffnung Maciej Miszkin, der zu diesem Zeitpunkt eine makellose Bilanz von 15-0-0 vorzuweisen hatte. Vor Millionen polnischer Fernsehzuschauer, die den Kampf live auf Polsat sahen, stoppte Iron Junior die Siegesserie von Miszkin durch K.o. in der dritten Runde.

Daraufhin stand die Profibox-Szene in Polen Kopf! Um diese Schmach gegen den jungen, gerade 18 Jahre alt gewordenen Deutschen wettzumachen, wurde ein Kampf gegen die damals ebenfalls ungeschlagene polnische Nr. 1 im Supermittelgewicht, Andrzej Soldra (9-0-1), vereinbart. Aber auch an diesem 1. Februar 2014 kam alles anders, als es von polnischer Seite gewünscht war: Vincent schlug den international hochgelobten Polen bereits in der ersten K.o.!

Zwar war mit diesen internationalen Kampfansetzungen gegen ältere und erfahrene Gegner auch ein enormes Risiko verbunden, aber das zahlte sich aus: Vincent wurde mit den beiden spektakulären Siegen in Polen das Objekt der Begierde aller renommierten Boxpromoter. Letztendlich unterschrieb Feigenbutz bei Team Sauerland!

Im Zeitraum von März bis Juni folgten vier weitere Kämpfe, die allesamt durch K.o. innerhalb der ersten drei Runden zu Gunsten von Vincent entschieden wurden. Am 30. August 2014 folgte dann der nächste große Schritt. Im Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen ging es für Vincent um den Interims- Intercontinental-Titel der WBO im Super-Mittelgewicht. Der Gegner war Slavisa Simenuovic aus Bosnien-Herzegowina. Diesem lies Vincent keinerlei Chance und entschied den Kampf bereits in der ersten Runde nach dem dritten Niederschlag eindeutig für sich. Ein Raunen ging durch die Halle, nicht nur als Henry Maske im Interview sagte: „Er erinnert mich an den jungen Mike Tyson.“ Ein Ritterschlag für Vincent.

Bereits einen Monat später erfolgte die Titelverteidigung gegen den Georgier Guram Natsulishvili. Zwar hatte sich Natsulishvili im Vorfeld durch einen Sieg gegen Moritz Stahl einen Namen gemacht, gegen Vincents Schlagkraft jedoch fand er kein Mittel. In diesem ersten Kampf von Vince erfolgte der inzwischen fast schon obligatorische K.o. in der dritten Runde. Ein erster Auftritt im Mutterland des modernen Boxsports erfolgte Ende November 2014. Am 22.11. konnte Oleg Fedotovs aus Lettland in Liverpools Echo Arena, einer der größten Hallen Europas, Vincent nicht standhalten. Technischer K.o. in Runde 7. Nach diesem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr wollte sich Vincent nochmals daheim präsentieren. Mit einem K.o.-Sieg, dem insgesamt neunten im Jahr 2014, gegen Ionut Trandafir aus Rumänien in Runde 2 wurden die Karlsruher nicht enttäuscht.

Die erste Verteidigung seiner Intercontinental-Gürtel der Verbände WBO und GBU fand am 21.03.2015 in Rostock statt. Dort knockte Vincent den in bis dato 22 Profikämpfen ungeschlagenen Ungarn Balasz Kelemen in Runde 9 aus – sehr zur Freude des Rostocker Publikums.

Am 18. Juli 2015 ergab sich im Gerry-Weber-Stadion in Halle/Westfalen für Vincent erstmals die Chance, um einen WM-Titel zu boxen. Mit einem K.o.-Sieg gegen den Peruaner Mauricio Reynoso in Runde 3 wurde Feigenbutz der jüngste deutsche Interims-Weltmeister (WBA) aller Zeiten!

Die WBA-Interims-WM verteidigte Feigenbutz erstmals am 17. Oktober im heimischen Karlsruhe. In einem engen Gefecht behielt der Schützling von Trainer Hans-Peter Brenner gegen Giovanni De Carolis nach zwölf Runden die Oberhand und siegte knapp, aber einstimmig (115:113, 115:113, 114:113), nach Punkten. „Das war ein extrem harter Kampf für mich, da ich nicht im Vollbesitz meiner Kräfte war“, sagte Feigenbutz auf der anschließenden Pressekonferenz, „denn in den letzten zwei Wochen war meine Vorbereitung aus Krankheitsgründen stark gestört. Allerdings sage ich auch: Entweder kann man boxen oder man bleibt im Bett.“ „Ich respektiere Vincent für seine kämpferische Leistung, doch in meinen Augen habe ich den Kampf gewonnen“, so ein enttäuschter De Carolis im Interview, „Jetzt hoffe ich auf ein Rematch!“

Zu diesem kam es dann auch bereits drei Monate später. Dieses Mal konnte De Carolis das Blatt wenden. Bestens auf seinen Gegner eingestellt, konnte der erfahrene Italiener den Karlsruher, der an diesem Abend jüngster deutscher Profi-Weltmeister hätte werden können, mit harten Treffern in der elften Runde beeindrucken. Nach einem Schlaghagel erklärte der Ringrichter Feigenbutz für kampfunfähig, der so seine zweite Niederlage hinnehmen musste. Der große Traum war vorerst ausgeträumt. Doch Vincent Feigenbutz versprach: „Ich bin noch jung und habe meine ganze Karriere im Ring noch vor mir. Ich komme wieder!“

Zunächst mit Ex-Sauerland-Coach Karsten Röwer – und anschließend mit Valentin Silaghi als Trainer, der auch als Bundestrainer die Amateure trainiert, arbeitete sich Feigenbutz wieder an die Weltspitze. Nach klaren K.o.-Siegen gegen Crispulo Javier Andino, Willmer Gonzalez und Guillermo Ruben Andino, holte sich der Karlsruher in der Ufgauhalle/Rheinstetten am 3. Dezember 2016 die vakante IBF-Intercontinental-Meisterschaft im Super-Mittelgewicht nach einem K.o.-Sieg über Mike Keta. Am 13. Mai 2017 verteidigte „Prinz Vince“ an gleicher Stelle diesen Titel gegen den ungarischen Champion Norbert Nemesapati.