Noel Gevor 2017-06-06T15:48:26+00:00

NOEL GEVOR

Profil

Geburtsdatum: 18. September 1990
Gewichtsklasse: Cruisergewicht
Nationalität: Deutschland
Größe: 1,89m
Auslage: Normausleger
Wohnort: Berlin
Geburtsort: Eriwan
Prodidebüt: 27. Mai 2011
Trainer: Khoren Gevor

Profirekord

23 Kämpfe:
22 (KO 10) Siege,
0 unentschieden,
1 Niederlage

Kampfrekord

Noel Gevor Boxrec
Noel Gevor
Noel Gevor
Noel Gevor
Noel Gevor

Portrait

Noel Gevor boxt mit Köpfchen und das schon, seitdem er zwölf Jahre alt ist. Über seinen Stiefvater Khoren Gevor, der unter anderem gegen Arthur Abraham und Felix Sturm um die Weltmeisterschaft im Mittelgewicht boxte, kam er zum Faustkampf. „Damals habe ich noch Taekwondo trainiert. Er fragte mich dann, ob ich es nicht einmal mit Boxen probieren wolle. Ich stimmte zu und so begann ich, meine Liebe für den Sport zu entdecken.“ Allerdings hatte der Sport zu diesem Zeitpunkt nicht die Hauptpriorität in seinem Leben. „Mein Fokus lag eher auf der Schule. Es war für mich ein Hobby, das ich gerne in meiner Freizeit ausübte.“

Trotzdem schaffte es der Junge mit armenischen Wurzeln zum mehrfachen Norddeutschen Meister. So blieb sein Talent natürlich nicht unentdeckt und er wurde irgendwann zum Sparring mit den Profis eingeladen und für gut befunden. Dabei scheint Boxen in der Familie des 24-Jährigen aus Kleve zu liegen, denn sein Bruder Abel ist ebenfalls Profi und wird daheim vom Stiefvater trainiert.

Seine große Stärke im Ring sieht Gevor in seiner Anpassungsfähigkeit. „Zumeist versuche ich, mich nach meinem Gegner zu richten. Ich schaue, in welchen Dingen ich ihm überlegen bin. Darauf baue ich dann im Kampf auf.“ Seinen Stil beschreibt er folgendermaßen: „Ich agiere gern unorthodox, um meinen Kontrahenten zu verwirren. Dadurch werde ich schwer ausrechenbar.“ Für einen Cruisergewichtler ist Gevor zudem sehr agil und schnell auf den Beinen. Eine weitere wichtige Komponente beim Kampf Mann gegen Mann sieht Gevor in seiner starken Psyche. „Ich bin mental sehr stark. Viele Boxer machen sich meistens schon vor dem Fight fertig, weil sie sich zu viele Gedanken machen. Das erhöht den Druck und macht sie kaputt. Ich versuche immer ruhig und fokussiert zu bleiben. Das ist meine Erfolgsformel.“

Das der Normalausleger den Sport gewissenhaft angeht merkt man daran, wie er an den Boxsport aus seiner Sicht beschreibt. „Boxen ist erlernbar – desto öfter man trainiert, umso besser wird man. Ich vergleiche das gern mit einer Schulaufgabe: Wenn du immer konzentriert deine Hausaufgaben machst, bist du auch gut in der Schule.“ Zwar muss man schon ein gewisses Talent mitbringen, um voranzukommen – der große Wille erfolgreich zu sein ist Gevors Meinung nach aber ebenso wichtig. „Und diesen bringe ich auf jeden Fall mit. Ich will Erfolg haben!“

Seinen Einstand für das Sauerland-Team gab der 1,89 Meter große Kämpfer am 8. Juni 2013 im Vorprogramm der WBO-Cruisergewichts-Weltmeisterschaft zwischen Marco Huck und Ola Afolabi in der Berliner Max-Schmeling-Halle, wo er den argentinischen Ringveteranen Juan Manuel Garay einstimmig nach Punkten besiegte. Es folgten weitere Siege, bei denen sich Gevor unter anderem die WBO-Junioren-Weltmeisterschaft (2014) in seiner Gewichtsklasse sichern konnte – dieser Titel ist jedoch aufgrund seines Alters bereits wieder Vergangenheit. Seitdem will sich Gevor langsam aber sicher für einen großen Titel in Position bringen.

Ein Schritt in diese Richtung war der Gewinn der WBO-International Meisterschaft im September 2015. Mit einem deutlichen Punktsieg über den Argentinier Daniel Alejandro Sanabria in Dresden holte sich Gevor den Gürtel. Vier Monate später verteidigte er diesen Titel erstmalig in Offenburg. Gegen Ex-Weltmeister Valery Brudov sprang erneut ein klarer Sieg nach Punkten heraus, genauso wie gegen Cristian Javier Medina vier Monate später in seiner Heimatstadt Hamburg. Zum Ende des Jahres folgte dann die nächste Nagelprobe. Im Duell mit „Monster“ Stephen Simmons setzte sich Gevor aber auch durch und erwartet jetzt seine erste WM-Chance in 2017.

Die große Chance, um dieses Ziel schnell zu erreichen, bekam Gevor am 20. Mai 2017. In Posen musste der Hamburger gegen den haushohen Favoriten Krzysztof Wlodarczyk ran. Gegen den zweifachen Ex-Weltmeister verlor Gevor im IBF-Final-Eliminator sehr unglücklich mit 1:2 Punktrichterstimmen. Gevor: „In Deutschland hätte ich den Kampf vielleicht gewonnen, aber damit muss ich leben. Ich bin noch jung, es werden weitere Chancen kommen.“